Die größte, beste, schönste Techtextil & Texprocess

MiyaDigital, Science, Technology, TrendsLeave a Comment

Techtextil Texprocess

Auf der Fahrt nach Frankfurt ist es ruhig, aber spannungsvoll. Kein Wunder, die Techtextil und die Texprocess zusammen ergeben die weltweit größte Messe für technische Textilien und Verarbeitungstechniken. Dieses Mal hatte sie einen Rekord erklimmt mit 47.500 Besuchern. Ab dem Bahnhof muss man also nur dem Menschenfluss folgen, um an der riesigen Messe anzukommen. Das Messegelände ist gigantisch und voll mit textilen Unternehmen aller Art aus der gesamten Produktionskette, mit dem Hauptaugenmerk auf der Technik natürlich.

Was

Die Messe tischt ein vielfältiges Programm zusätzlich zu den Firmenständen auf. Wie üblich ist eine Fashion Show mit innovativer Bekleidung von Studenten internationaler Hochschulen ein Highlight. Dieses Mal sind Hochschulen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Portugal mit am Start. Drei Themenbereiche sind in den Entwürfen angepeilt: Creative Engineering, Textile Effects und Smart Fashion. Dabei gibt es rein visuell keine durchgehende Linie, alle Modelle sind in unterschiedlichen Stilen und Farbgebungen gestaltet. Wenn man aber nur klare Funktionalität erwartet, gibt es eine nette Überraschung. Von Streetwear über extravagante Eleganz bis hin zu funktionellem Futurismus ist nämlich alles gegeben.

Die Modenschau geht tanzend voran, anfangs unbeholfen und mit einer sonderbaren Musikwahl, später fasst es dann doch einen. Es gibt sogar viele interessante Einfälle in den Outfits, man darf aber keine Fashion Show im Stil der großen Häuser erwarten. Vielleicht weil der typische Kreative von heute die Messe gar nicht besucht. Oder erkennt die Techtextil nur die nächste Generation von technisch interessierten Gestaltern noch nicht?

Die Techtextil stellt in diesem Jahr zusammen mit der ESA (European Space Agency) und dem DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) die Ausstellung „Living in Space“ vor. Schön, dass das Weltall wieder ganz in Mode ist. Mich als Science Fiction Fan freut das Thema natürlich, man fühlt sich direkt näher an den großen Entdeckungen, an interstellaren Reisen, an der Besiedlung ferner Planeten. All diese Aufgaben brauchen natürlich smarte Materialien. Diese Textilien sind aber heute schon interdisziplinär nutzbar und beziehen sich somit nicht nur auf die außerirdischen Bereiche. Vorgestellt wurden sie aber in diesem Rahmen beispielsweise als Pflanzanbaumaterialien, als Schutzanzüge, als Sondenüberzug.

  • Techtextil - Living in Space
  • Techtextil - Living in Space
  • Techtextil - Living in Space
  • Techtextil - Living in Space
  • Techtextil - Living in Space
  • Techtextil - Living in Space
  • Techtextil - Living in Space

Diese Ausstellung hat mich im Endeffekt am meisten aus allen Specials gefesselt. Es gab viel Interessantes zu entdecken: eine Materialgalerie, eine Virtual Reality Reise auf den Mars, echte Astronautenkleidung und neue, inspirierende Outfits von Studenten.

Welche

Die Messe veranstaltet zwei Innovation Awards passend zu den jeweiligen Hauptthemen der Techtextil und Texprocess. In der Disziplin technische Textilien habe ich zwei Lieblinge für mich entdeckt: den gestrickten Schutz für Meeresgeräte und den textilen Fahrradschloss.

SEAL heißt der Textilschutz für Meeresbauten, der von Helmut Petersheim Strickwaren entwickelt wurde. Das praktische Produkt ist aus Basaltgarn gestrickt, das die Funktionsfähigkeit der maritimen Bauten stark verlängert und dazu auch noch für die Meereswelt unbedenklich ist.
Mein zweiter Favorit nennt sich Tex-Lock und ist ein flexibles, super leichtes, stich- und feuerfestes Fahrradschloss. Es hat so gute Eigenschaften, dass es auch in anderen Bereichen wie Industrie zur Geltung kommt. Es sieht auch noch hochwertig und minimalistisch aus. Kommt sicher gut an, wenn es wirklich die versprochene Sicherheit einhält.

Der Texprocess Innovation Award stellt eine Technik vor, die alle Designer begeistert. Das Embroline-Gerät färbt ein weißes Garn direkt beim Sticken. Der Übergang zwischen den Farben ist ziemlich genau und kann fließend ineinander gehen. Dieser neue Einfall ist ressourcenschonend, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig, steigert die Produktivität und, und, und… Wenn man die Technik auch beim Stricken verwenden kann, ist es ein perfektes Verfahren für die nahtlosen Modelle.

Über alle Award-Gewinner kann man sagen, dass sie immer innovativ sind, immer mehrere Probleme lösen und oft umweltfreundlich sind. Sehr interessante Projekte sind es auf jeden Fall.

  • Texprocess Innovation Award
  • Techtextil Innovation Award
  • Techtextil Innovation Award

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.